Freie Aussaat, keine Düngung und kein Torf

Meine Pflanzen wachsen direkt in der Erde, sie werden nicht gedüngt und nur im Notfall gewässert. Da die Fläche in der vollen Sonne liegt und hier immer ein harscher Wind weht, lernen die kleinen Keimlinge sehr früh sich zu behaupten. Die Mutterpflanzen dürfen sich über die ganze Vegetationsperiode frei aussamen. Es geht hier also nicht ganz so »ordentlich« zu, wie Sie es vielleicht von einer normalen Gärtnerei gewohnt sind. Auch das eine oder andere Beikraut darf stehenbleiben. Dadurch können Sie die Blumen aber »live« beobachten und interessante Kombinationen für Ihren Garten entdecken.

In der Wildblümerey

  • wird nicht mit PE-Gewebe gearbeitet, der Boden darf also atmen, die Bodenlebewesen dürfen sich frei bewegen und Wildbienen können sich ansiedeln
  • wird nicht in Plastiktöpfe pikiert, d. h. die Pflanzen dürfen frei wachsen
  • werden nur gebrauchte Plastiktöpfe für den Verkauf und Transport verwendet
  • werden keine Pestizide und Stauchmittel verwendet (siehe Untersuchung von Greenpeace im Jahr 2014)
  • findet sich kein Torf in der Erde, sondern Kompost, Sand und Holzfasern
  • werden großteils heimische Pflanzen angebaut, auf die unsere Insekten optimal eingestellt sind. Einige nicht heimische (z. B. Bartblume oder Mazedonische Witwenblume) ergänzen wegen ihrer Insektenfreundlichkeit das Angebot
  • wurden die meisten Mutterpflanzen aus Saatgut von Rieger-Hofmann gezogen, ergänzt um Wildsammlung, Schenkungen oder »geretteten« Pflanzen aus dem Baumarkt
  • wird Gebrauchtes zum Humusaufbau verwendet, z. B. Blumenerde, Häckselgut oder Laub, das von anderen entsorgt wurde
  • gibt es Totholz und Steinhaufen für Nützlinge (die natürlich viel mehr sind als nur »nützlich« für uns)

Sie bekommen bei mir robuste und gesunde Pflanzen, die sich problemlos umziehen lassen. Bitte bringen Sie dafür große (!) Töpfe, Eimer oder Boxen mit. Der Erdballen, den wir ausgraben, muss etwas größer sein, damit die Pflanzen diesen Eingriff in ihr Feinwurzelsystem gut verkraften.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nur wenige blühende Pflanzen ausgrabe, weil diese all ihre Kraft für sich selbst brauchen. Sie sollten im Blühstadium nicht gestört werden, viele dienen außerdem als Schau- und Mutterpflanzen. In der Regel sind aber genug junge oder auch getopfte Exemplare da, die dann sehr schnell auch bei Ihnen zur Blüte kommen werden.

Mit Jungpflanzen können Sie ab März und wieder ab September rechnen, aussäen können Sie bis etwa Ende Mai und dann wieder ab September den ganzen Winter hindurch, so wie es die Natur eigentlich vorgesehen hat. Sowohl für das Umpflanzen als auch für die Aussaat sind regnerische und trübe Tage ideal, Sie sparen sich nach dem Einschlämmen dann das tägliche Gießen, und Ihre neuen Mitbewohner haben weniger Stress.

Sollte es doch sonnig werden, können Sie die Pflanzen in den ersten Tagen nach dem Umzug beschatten (Vlies, Sonnenschirm). Außerdem ist tägliches Gießen angesagt, bis die Pflanzen wieder robust wirken und aufrecht stehen.