Pünktlich zum 1. September fällt der erste Regen. Eine ungewohnte Stimmung in der Gärtnerei nach so langer Trockenheit. Mal sehen, wo der Nacktschnecken-Bestand so steht.
Das Vogelbad füllt sich nun von alleine, allerdings haben die Krähen mal wieder ganze Arbeit geleistet und Fetzen aus der Folie gerissen. Die viel gerühmte Intelligenz dieser Vögel würde ich hier mal in Frage stellen.
Kaum dass die Hitze zurückgegangen ist, bringt die Skabiosen-Flockenblume eine zweite, reichere Blüte hervor. Sie ist ein absoluter Insekten-Hotspot, beliebt leider auch bei Schnecken.
Die ersten Jungpflanzen der weißen Wald-Glockenblume tauchen im Beet auf, die Mutterpflanze scheint abgestorben zu sein, aber sie hat sich schon einmal komplett erneuert, vielleicht besteht ja noch Hoffnung.
Einen kräftigen Schub hat der Regen vielen Pflanzen gegeben, die seit Wochen nicht mehr geblüht hatten, darunter auch die Rasselblume.
An jedem Ast trägt die Feige in der Gärtnerei mittlerweile Früchte. Es macht aber nicht den Anschein, als ob sie es noch bis zur Reife schaffen würden – schon gar nicht bei dem regnerischen Wetter im Moment.
Die neuen Schnitt- und Trockenblumen sind sehr gefragt bei verschiedenen Insekten, hier ein Weißling auf dem Strandflieder (Statice).
Auch die Strohblume ist äußerst beliebt vor allem bei Feldwespen, die sich sogar in noch anliegende Blütenblätter quetschen, um an den Nektar zu kommen. Ich hoffe, dass die Köpfe nach der Ernte trotzdem ihre schöne, halbgeschlossene Form bewahren.
Ein wunderbar unversehrtes Tagpfauenauge labt sich am Argentinischen Eisenkraut und leuchtet meterweit.
Oft sind Tagfalter um diese Zeit abgeflogen, zerfleddert oder haben Löcher in den Flügeln, weil Vögel sie angegriffen haben. Vielleicht ist dieser frisch geschlüpft und bildet die zweite Generation.
Die Rutenhirse »Northwind« entfaltet ihre bezaubernden Rispen. Das beliebte Gras steht in der Wildblümerey in Töpfen, um die Stellflächen zu beschatten. Es ist bekannt für seinen streng aufrechten und horstigen Wuchs.
Regen in der zweiten Septemberwoche. Sollte das die Saison gewesen sein? Krasse Hitze von Ende Juni bis Mitte August, und davor und danach dauernd unbeständig, Regen und starker Wind?
Und schon wieder: Die Rundblättrige Glockenblume, nach Rückschnitt im Juli gerade neu erblüht, liegt nach zwei Regentagen auf dem Boden. Ohne Worte.
Erste Strandflieder-Pflanzen, die genau jetzt für die Trockenblumen-Floristik geschnitten werden könnten, trocknen nicht mehr ab und fangen an zu verbraunen. Das ist frustrierend.
Ein spätes Aussaat-Experiment mit Rotem Pippau, ein hübscher Frühblüher aus dem Mittelmeer-Raum. Er soll sich gut als Schnittblume eignen, ist aber auch bei Insekten beliebt.
Der kleine Korbblütler kann auf reichem Boden bis zu 50 cm groß werden, er braucht immer offenen Boden, um sich versamen zu können, da er einjährig ist.
Unermüdlicher Dauerblüher: das Sommer-Adonisröschen, das ebenfalls offenen Boden braucht, um sich für nächstes Jahr wieder zu versamen. Auf beikrautreichen Böden, wie hier in der Gärtnerei, wird es allerdings schnell mal weggejätet.
Herbstspektakel vor der Haustüre: Die Stare sammeln sich am frühen Abend, bevor sie zu ihren Schlafplätzen fliegen und bilden dabei waghalsige Formationen. Diese dienen vor allem dazu, Greifvögel zu irritieren und Informationen auszutauschen.
Nach dem Formationsflug sammeln sich die Vögel auf einem Strommasten. Geschnatter aus hunderten Schnäbeln liegt in der Luft.
Wie einige andere Stauden blüht auch die Gewöhnliche Grasnelke ein zweites Mal im Jahr. Das bedeckte, feuchte, aber nicht kalte Wetter ist für viele Pflanzen angenehmer als die Hitze im Juli und August.
Die Wiesen-Margeriten scheinen das Wetter ebenfalls zu lieben, denn sie blühen nun schon seit fünf Wochen, obwohl ihre Hauptblütezeit im Juni liegt.
Völlig standort-fremd hat sich dieser Fingerhut vor einer nach Süden ausgerichteten Mauer angesiedelt und ist jetzt noch einmal in Blüte gegangen. Eigentlich sind dort Steingarten-Gewächse geplant.
Es sieht aus wie ein riesiges Loch, aber wahrscheinlich hatte eine Hummel oder Biene die Blüte schon im geschlossenen Zustand angeknabbert. Dadurch kommt sie nämlich leichter an den Nektar heran.
Ein seltsames Gebilde an der Wand im Geräteschuppen: Eine Raupe des Kohlweißlings wurde von einer Schlupfwespe parasitiert, deren Larven sich erst durch den Wirt fressen und dann außerhalb verpuppen.
Die Bartblume ist mittlerweile auf ihrem Blüh-Hoch angekommen und leuchtet weithin. Wildbienen, Honigbienen, aber auch Hornissen wissen es zu schätzen.
Die Ästige Graslilie ist, völlig unerwartet, zum zweiten Mal in Blüte gegangen. Es macht den Anschein, dass manche Pflanzen ihre Blütezeit nachholen möchten, nachdem sie durch die Sommerhitze ausgebremst worden sind.
Für einige der neuen Schnittblumen muss die Gärtnerin sich an einen neuen Aussaat-Takt gewöhnen: Die Knorpelmöhre zum Beispiel (Ammi majus) kann im August gesät und im September gepflanzt werden, sie überwintert dann.
Der Raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta, hier die Sorte »Sahara«) wächst durch die frühe Aussaat im nächsten Jahr ebenfalls kräftiger heran. Er soll von Juli bis in den Herbst blühen. Das Problem dabei: Regelmäßiges Jäten über Monate hinweg.
Der Strahlen-Breitsame (Orlaya grandiflora) ist beliebt als Ersatz für die Wilde Möhre, etwa in Brautsträußen, da er großblütiger ist. Er ist sogar heimisch, aber vom Aussterben bedroht.
Daneben stehen noch staudige Frühblüher im Anzuchtregal, hier die Küchenschelle, die rund zwei Jahre braucht, bis sie dann verkaufsfähig ist.
Wider Erwarten und trotz regnerischen Wetters werden die Feigen reif, eine Frucht nach der anderen färbt sich violett. Und sie schmecken köstlich. Die Sorte heißt »Ronde de Bordeaux« und gilt als ausgeprochen winterhart.
Eine auffällig große Raupe robbte heute durch die Gärtnerei. Es ist das Jugendstadium des Mittleren Weinschwärmers, ein ungewöhnlich hübscher Nachtfalter. Wenn Gefahr droht, zieht die Raupe ihren Kopf ein und imitiert mit ihren Augenflecken eine Schlange.
In der vierten September-Woche wird es doch noch einmal wärmer, und schon sind die Insekten wieder da. Hier ein weiblicher Hauhechel-Bläuling am Berg-Bohnenkraut.
Und hier gleich noch einer am Argentinischen Eisenkraut. Diese Blüten mit ihren tiefen Trichtern sind typische Schmetterlingsblüten, weil nur lange Rüssel da hineinfinden.
Was für ein Zufall, dieser ist ein Männchen und namensgebend für die Bläulinge, wie man sieht.
Mit dem Wetter-Umschwung gibt es über der Gärtnerei gerade dramatische Abendhimmel zu bestaunen.
Die erste Kosmeen-Blüte strahlt in einem Versuchsbeet für Schnittblumen. Die späte Aussaat hat sich gelohnt. Die Pflanzen stehen ohne Stütze und Pinzieren kräftig und mehrtriebig da.
Der Breitblättrige Strandflieder blüht ein zweites Mal. Diese Unterart ist in Ost- und Südost-Europa heimisch. Ihre Blüten sind etwas kleiner als die unseres heimischen Strandflieders.
Seit langem mal wieder unter den Töpfen entdeckt: ein dunkler Tigerschnegel. Wenn Sie nicht sicher sind, was in Ihrem Garten kriecht, suchen Sie einen spitzen Kiel am Rückenende. Die unbeliebten Nacktschnecken haben ein rundes Ende.