Ein paar ungewöhnlich warme Tage im November, und die umgekippten Stängel der Knäuel-Glockenblume treiben noch einmal aus.
Offenbar ist eine Hummel-Königin wieder wach geworden und stärkt sich nun an der Berg-Flockenblume.
Auch der Aufrechte Ziest ist eine wertvolle späte Futterquelle für Insekten, er blüht nun seit Monaten.
Auch die Mini-Kornblume im Magerbeet blüht und blüht und blüht.
Klassische Bodendeckerrose, die monatelang neue Blüten treibt: die Sorte »Fairy«. Leider ist sie stark gefüllt, aber ich hatte sie gerettet und nun kann ich sie nicht einfach wegwerfen.
Zarte Spätblüherin mit frischem Duft: die Kleinblütige Bergminze.
Unermüdlich blüht die Färberkamille bis Mitte November. Sie erweist sich in der Wildblümerey als nicht sehr beständig, samt sich aber reichhaltig aus und erhält sich somit selbständig.
Die steife Brise in Kombination mit Schneeregen und Frost hat die Wiesen-Flockenblume in Richtung Nordosten frisiert.
Die Bäume beginnen langsam ihre Blätter abzuwerfen und den Boden für den Winter zu schützen. Wer Laub rechen muss, kann es in Drahtzylindern kompostieren. Ein kleiner Eingang am Boden sichert Tieren im Winter einen Unterschlupf.
Das Acker-Veilchen vagabundiert übers Gelände und hüpft gerne auch mal in Töpfe.
20. November, am Abend zuvor fiel der erste Schnee – hier auf die Kleinblütige Königskerze.
Ein Löwenmäulchen wirft so schnell nichts um, auch nicht der erste Frost.
Einen Tag später, und der erste Raureif verzauberte die Fläche der Wildblümerey. Erst nach Mittag löste sich der Nebel auf und hinterließ kleine glitzernde Kunstwerke an den Pflanzen, hier am Weißdorn.
Gerade Raureif ist eine schöne Belohnung für Gärtner*innen, die ihre Pflanzen im Herbst nicht zurückschneiden. Hier der Große Wiesenknopf.
Die Rundblättrige Glockenblume sieht an solchen Tagen immer besonders malerisch aus.
Auch das Heiligenkraut glänzt und glitzert.
Bei strauchartigen Stauden wie der Glänzenden Wiesenraute wirkt der Gegensatz zwischen weißen, gefrorenen Samenständen und braunen Stängeln und Ästen.
Gräser sind natürlich prädestiniert für dieses Schauspiel. Hier (leider) das nicht heimische, aber sehr hübsche Stipa tenuissima »Pony Tails«. Für 2026 ist Stipa pennata in der Anzucht.
Hier sieht man schön, warum der Woll-Ziest auch Eselsohr genannt wird.
Raureif entsteht durch feuchte Luft und leichten Wind ab etwa acht Grad minus. Der herangewehte Wasserdampf baut sich langsam zu filigranen Eiskristallen auf. Hier: Wilde Möhre.
Die Kristalle setzen sich bevorzugt an Blattkanten, weil hier die sogenannte Grenzschicht recht dünn ist. Diese bildet eine Art Luftstillstand direkt auf einem Gegenstand, nicht aber da, wo der Wind auftrifft.
Etwas bizarr sieht die Meidiland-Rose aus, man sieht die Staubbeutel zwischen den Blütenblättern und die Knospen (links), die erfroren zu sein scheinen.
Länger als all ihre weißen Schwestern hat dieses Jahr die rosa Schafgarbe geblüht. Sie ist eine Sorte der Wiesen-Schafgarbe.
Wie einige andere Pflanzen hat auch die Echte Schlüsselblume ganz unten an der Rosette ausgetrieben, weil es im November so mild war. Eigentlich ist sie erst im März dran.
Die kleinen Sumpfdotterblumen waren in ihrer Wanne noch nicht gänzlich eingefroren, sie dürfen nun erst einmal draußen stehen.
Mittlerweile eingefroren und erst einmal konserviert wie ein Mammut im Permafrost.