Mehrere Tage Sonne und zunehmende Schwüle haben den Kaskaden-Thymian zur Blütenbildung angeregt. Er ist der erste blühende Thymian und bedeckt rasch größere Flächen.
Erstmals gibt es dieses Jahr ein Beet voller Jakobsleitern, offenbar waren auch sie die letzten Jahre Schneckenfutter.
Die erste Schwarze Teufelskralle kommt im Beet zur Blüte, die Aussaaten sind leider noch nicht soweit. Bisher gab es in der Wildblümerey nur Scheuchzers Teufelskralle, die sogar noch skurrilere Blüten hat.
Die dritte im Bunde – die Ährige Teufelskralle – steht etwas schattiger und braucht noch etwas Zeit.
Immer wieder ein Hingucker: der Staudenlein mit seinen blau-metallisch schimmernden Blüten. Leider sind die Jungpflanzen noch im Wachstum und noch nicht im Angebot.
Steigende Temperaturen und Sonne satt haben den kleinen Weißdorn überzeugt, dass es Zeit zum Blühen ist.
Ein Hausspatzenpaar sondiert vorsichtig die Lage, denn ich sitze ganz in der Nähe bei der Kaffeepause...
...dann fliegt es rasch zum Miniteich, um sich zu erfrischen. Wochenlanger starker Wind und nun auch noch Sonne macht den Tieren ebenso zu schaffen wie den Pflanzen und der Gärtnerin.
Dieses Jahr ist der kleine Weißdorn groß und vor allem breit genug, um den Miniteich zu beschatten. Mal sehen, ob es der Algenbildung entgegenwirkt.
Der erste Zierlauch macht sich bereit, mal wieder habe ich den Namen vergessen. Zwiebeln bringt man am besten im Herbst in den Boden.
Zwei Tage später sieht das schon sehr viel farbenfroher aus.
Nachdem ich ein bisschen mit Wasser unterstützt habe, hat sich die Kuckucks-Lichtnelke nun erholt und blüht zusammen mit dem Wiesen-Schaumkraut, wenn auch viel kleiner als sonst.
Kugelblume und Kuckucks-Lichtnelke wachsen normalerweise nicht am gleichen Standort, aber im Garten können sie mal eben zur Nachbarin wandern, wenn es ihnen gefällt.
Ausgiebiger Regen nach wochenlanger Trockenheit in Kombination mit Wind lässt die Pflanzen durchatmen. Auch die Bäume in den Parks und Privatgärten sind nun üppiger.
Im Beet der Kuckuckslichtnelke ist dadurch sogar die Trollblume nach oben gegangen. Sie liebt es feucht bis nass und wächst gerne in den Bergen. (Leider nicht im Verkauf.)
Das Kleine Mädesüß, obwohl sehr trockenheitsliebend, ist nach dem Regen ebenfalls nach oben geschossen. Wenn das Wetter so weitermacht, werden die Pflanzen vermutlich bald umkippen, weil der Boden so nährstoffreich ist.
Die Küchenschelle ist mittlerweile verblüht und bereitet ihre Samenstandsphase vor. Dabei ist sie immer noch sehr zierend und ein bisschen exzentrisch.
Die vielleicht schönste der Glockenblumen taucht wieder überall auf dem Gelände auf – die Wiesen-Glockenblume. Sie ist eine Ein- bis Zweijährige, die sich aber sehr gut aussät.
Die Violette Königskerze hat ebenfalls den Regen gebraucht, um die ersten Blüten zu bilden. Sie blüht sehr üppig, seit die Schnecken auf dem Gelände »unter Kontrolle« sind.
Wenn man vom Teufel spricht... Da der Regen sich in der dritten Maiwoche fortsetzt, tauchen plötzlich überall Nacktschnecken auf. Wo sind sie letztes Jahr nur gewesen? Und wie haben sie sich vermehrt?
Letzte Woche 30 Millimeter, diese Woche schon zehn Millimeter Regen. Für die Wildblümerey als reine Freiland-Gärtnerei ist Regen während der Öffnungszeit sehr nachteilig, gerade im Mai als umsatzstärkstem Monat.
Ein wunderschönes Blau bringt der Wiesen-Salbei hervor, der im Moment mit der Blüte beginnt. Nach der ersten Blüte zurückgeschnitten, treibt er oft im September noch einmal aus.
Üppig wie nie sprießt das Katzenpfötchen, es war früher Schneckenopfer. Der graufilzige Bodendecker wächst gerne auf Sand oder Kies und blüht weiß. Nur zu Beginn der Blüte sind die Hüllblätter rosa.
Die erste Küchenschelle bildet schon ihre Samen aus. Sie bohren sich mithilfe ihres Schweifchens selbständig in den Boden. Wenn es nicht so nass und windig wäre, könnten sie jetzt direkt ausgesät werden.
Auch die Sumpfdotterblume, eine weitere Frühblüherin, bildet gerade ihre Samenstände aus. Sie sind leicht abzusammeln und können ebenfalls sofort ausgesät werden, das verspricht beste Keimergebnisse.
Die Violette Königskerze noch einmal in voller Pracht. Sie ist eine Ausnahme-Erscheinung unter den Königskerzen und sollte eher mit zarteren Begleitpflanzen vergesellschaftet werden.
Das Wilde Stiefmütterchen hält sich wacker in der Gärtnerei trotz aller Jätearbeiten. Es ist einjährig und sät sich immer wieder aus, wird aber nicht lästig. (Derzeit nicht im Angebot.)
Drei Tage später hat der Regenfänger weitere 20 Liter Nass gesammelt. Und das ist noch nicht alles...
Auch Hagelschauer hat der Mai dieses Jahr zu bieten. Gärtnerin, Kund*innen und auch Hummeln flüchten dann gerne mal unter den großen Sonnenschirm.
Das ist 2026 der typische Ausblick nach Westen zum Theeser Ortsrand. Die Nerven in der Gärtnerei liegen etwas blank, denn die Arbeitswoche, aber auch die Wochenenden lassen sich kaum planen.
Die erste Kuhschelle hat ihre Samen freigegeben, die sofort in einen Balkonkasten gesät wurden. Diese Kästen sind sehr praktisch, weil die Pflanzen länger darin wachsen können und nicht so schnell austrocknen.
Ein Milan kreist über dem Gelände, ein seltener, aber stetiger Gast.
Die Schafe sind aus dem Winterquartier zurück, diesmal mit drei kleinen Rackern, die einen Erdhaufen aus den Bauarbeiten zum Spielhügel umgewidmet haben.
Kurz vor Pfingsten wird es plötzlich täglich wärmer – und siehe da, die Pflanzen reagieren sofort. Als ob sie nur auf die Sonne und Wärme gewartet hätten. Hier öffnet sich gerade die Sand-Grasnelke vor der Wiesen-Glockenblume.
An schönen Blautönen mangelt es in der Wildblümerey nicht. Einen der schönsten hat der Große Ehrenpreis zu bieten, der als Wildform jetzt nicht soo groß ist...
Auch der Distelfalter ist mit der Wärme zurück – ein bisschen abgeflogen, aber ganz quirlig. Der Wanderfalter bildet oft zwei Generationen aus, die im Herbst dann wieder gen Süden fliegen.
Die vergehende Blüte der Zypressen-Wolfsmilch ist nicht weniger beeindruckend als die Blüte selbst.
2026 habe ich das Heiligenkraut nicht zurückgeschnitten, damit es zur Blüte kommt. Die Folge ist, dass es aufgrund des mächtigen Bodens und des üppigen Regens schon jetzt auseinanderfällt.
Auch die Schwertlilie hat sofort auf die Wärme geantwortet und entfaltet hier neben der Küchenschelle ihre blauen Blüten.
Der Wiesen-Pippau, ein bei Insekten sehr beliebter Dauerblüher, hat sich hier und da angesiedelt. Er kann auf lehmigem Boden bis zu 1,70 Meter hoch werden.
Für die Wiesen-Margerite ist ebenfalls die Blütezeit gekommen, sie taucht heuer sogar im Blühstreifen auf – was bedeutet, dass die Schnecken derzeit keinen großen Schaden anrichten.
Mit den sommerlichen Temperaturen geht es Schlag auf Schlag, auch die Rosen stehen plötzlich in Vollblüte, hier die Apfelrose (Rosa villosa). Die Pflanze wird rund zwei Meter hoch und bildet leider Ausläufer.
Auch die Meilland-Sorte Pink Meidiland, eine »gezüchtete Wildrose«, wird nun über Monate hinweg blühen, eine dankbare kleine buschige Rose.
Der unkomplizierte Bodendecker schlechthin ist das Kriechende Seifenkraut. Es blüht überreich über mehrere Monate und wird sehr schnell breiter, bildet aber keine Ausläufer wie seine große Schwester, das Gewöhnliche Seifenkraut.
Der reichhaltige Regen in den letzten Wochen hat die Trollblume auf 1,50 Meter anwachsen lassen. Hier hat die Anzucht leider noch nicht geklappt.
Die Pfingst-Nelke freut sich besonders über das hochsommerliche Wetter, denn sie wächst in der Natur auf Felsvorsprüngen in der vollen Sonne. Trotz dieses Extrem-Standortes steht sie in der Roten Liste.
Ebenfalls ein rosafarbenes Sonnenkind ist diese gezüchtete Waldrebe, die am Zaun ihren Platz behauptet. Da der Fuß im Schatten anderer Pflanzen steht, funktioniert der vollsonnige Standort.
Eine wirkliche Freude scheint dieses Jahr die Blühwiese vor dem Zaun zu werden. Aufgetaucht sind bisher die Esparsette, die Wiesen-Margerite und der Wiesen-Bocksbart.
Die Esparsette ist eine besondere Erscheinung. Einst als Futterpflanze eingeführt, ist sie heute am ehesten im Mittelgebirge anzutreffen. Sie ist als Gründüngung und zur Bodenbefestigung geeignet und eine hervorragende Insektenweide.
Erstmals habe ich den Trauer-Rosenkäfer in der Wildblümerey entdeckt, und das sofort mit vielen Exemplaren. Er ist aus der Mittelmeer-Region zugewandert und in warmen Jahren auch in Norddeutschland zu finden.
Zwei Tage später hat die Schwertlilie all ihre Blüten entfaltet, im Hintergrund Zierlauch. Ich werde immer wieder gefragt, welche Lilie das ist, aber sie war leider ein unbenamtes Geschenk eines älteren Ehepaares.
Der Rote Fingerhut macht sich zur Blüte bereit. Mal sehen, ob dieses Jahr wieder ein weißes Exemplar dabei ist.
Mit der Wärme ist auch die Ährige Teufelskralle in Blüte gegangen. Teufelskrallen haben einen sehr interessanten Fortpflanzungsmechanismus.
Schon innerhalb der Röhrenblüten oben wird Pollen abgegeben, die Röhren springen dann unten auf und bieten zudem Nektar an. Danach schiebt sich der Griffel durch die Blüte und erst jetzt entfaltet sich die Narbe. So wird Selbstbestäubung vermieden.
Zu einem schönen Busch ist der Gelbe Lerchensporn unter der kleinen Hängeweide herangewachsen. Halbschatten scheint ihm also zu gefallen.
27 Grad Celsius, eine Krähe stürzt sich ins lauwarme trübe Nass, auch wenn die Kuhle in der Abdeckfolie höchstens sieben Zentimeter tief ist.
»Heidewitzka! Volle Fahrt voraus!«
»Wer bin ich – und wenn ja, wohin?«
»Platz da! Hygiene-Kontrolle!«
»Aha. Zwei Milben und fünf Federlinge...«
»Das muss auf jeden Fall weg!«
Eine weitere Schwertlilie schiebt ihre Blüten der Sonne entgegen, die Sumpf-Schwertlilie, inmitten von Jakobsleitern. Sie wächst auch gut auf frischem Boden mit gelegentlichen Wassergaben bei Trockenheit.
Klein und fein auf armem Boden zeigt sich das Sommer-Adonisröschen, ein Versuchsballon im Thymian-Beet. Die Einjährige ist eines der vielen bedrohten Acker-Beikräuter, die in den letzten Jahrzehnten durch die Art der Bewirtschaftung verschwunden sind.
Das Gelbe Sonnenröschen, ebenfalls im sandigen Beet. All diese zarten Steingarten-Pflanzen sind hier, auf dem ehemaligen Acker, von wuchernder Konkurrenz bedroht. Die Anzucht des Sonnenröschens dauert noch etwas.
Das Klippen-Leimkraut übertrifft sich wieder selbst. Ein guter Bodendecker, der – nicht ganz heimisch – an den Küsten unserer Nachbarländer wächst. Hier die Sorte »Weißkehlchen«.
Warme sonnige Tage sind eine hervorragende Gelegenheit, in kurzer Zeit Pflanzenbrühen herzustellen, hier Brennesseln und Acker-Schachtelhalm. Die Brühe muss übrigens nicht stinken, um zu wirken.
Was für ein Schreck: Bei der Neuanlage eines Beetes kugelten plötzlich fünf kleine Spitzmäuse aus dem getrockneten Kompost, der als Abdeckung gedient hatte. Ich hoffe, die (vorsichtige) Umsiedlung wird von der Mutter bemerkt.
Die 30-Grad-Marke wurde dieses Jahr schon im Mai geknackt. Gießen, Gießen, Gießen ist derzeit in der Wildblümerey angesagt.
Tatsächlich, es gibt erneut ein weißes Exemplar des Roten Fingerhuts. Sehr spannend, das ist etwa die dritte oder vierte Art auf dem Gelände, die eine weiße Variante hervorgebracht hat.
Ein Weißling findet leckeren Nektar in der Roten Lichtnelke und lässt sich dafür – hier nicht erkennbar – ordentlich vom Wind hin- und herschaukeln.
Ein absoluter Marienkäfer-Hotspot ist der Echte Salbei, der gerne von Blattläusen befallen wird. Hier umgarnt ihn gerade eine unbekannte Winde, die derzeit überall auf dem Gelände auftaucht, eine echte Plage.
Ein Kleiner Feuerfalter saugt Nektar an einer Kamille. Er taucht dieses Jahr das erste Mal in der Wildblümerey auf bzw. wird das erste Mal gesichtet.
Feuerfalter sitzend auf dem Boden, man sieht die beigefarbene Unterseite der Flügel und den eingerollten Rüssel, der es Schmetterlingen ermöglicht, tief am Blütenboden nach Nektar zu suchen, etwa bei Nelken.
Bei tropischen Temperaturen Ende Mai wuchern die Pflanzen in die Höhe und kippen dann um, hier die Schafgarbe »Coronation Gold«. Wenn es jetzt auch noch regnet...
Auch zum Echten Salbei passt die Mazedonische Witwenblume gut. Ihr Purpur fügt sich harmonisch zu den meisten Pflanzen.
Noch viel zu wenig bekannt: Das Kleine Mädesüß, eine hübsche Kandidatin für trockene Situationen, hier mit der Kartäusernelke im Hintergrund. Die weißen Blüten duften intensiv nach Honig.
Das Polster-Johanniskraut aus dem Balkangebiet ist eine buschige Alternative zum heimischen Johanniskraut. Es sät sich nicht ganz so stark aus und hat größere Blüten.