In der ersten Februar-Woche taucht die Gärtnerei wieder auf, der Schnee ist fast vollständig geschmolzen. Hier treibt der Frauenmantel schon aus.
Viele Pflanzen sehen nach dem Winter etwas traurig aus, aber das Laub schützt die Überwinterungsknospen. Hier das Mauer-Zimbelkraut.
Weil ich einige Beete umgestalte oder auflöse, müssen mehrere Pflanzen vorübergehend in Töpfen wohnen, wie dieses Lungenkraut. Sie haben die frostigen Tage alle überlebt, obwohl zum Teil ihre Wurzeln freiliegen.
In einem Klumpen Lungenkraut halten sich sogar Schneeglöckchen auf.
Auch die Knäuel-Glockenblume lugt schon aus dem Topf. Der Schnee hat die Pflanzen offenbar nicht vom Wachsen abgehalten.
Die Küchenschelle überwintert mit ihren puscheligen Knospen.
Zierlauch im Schnee, das ist doch ein recht ungewöhnlicher Anblick. Er hat also überlebt, oder es ist eine der neuen Zwiebeln vom Herbst.
Und da sind sie wieder, zuverlässig wie immer. Schneeglöckchen gehören zu den ersten Frühblühern und bilden gerne größere Horden oder Polster.
Pünktlich und immer an derselben Stelle tauchen die einzigen Winterlinge in der Gärtnerei auf. Habe ich etwa schon wieder vergessen, Zwiebeln zu stecken?
Und auch die Schachblume ist schon da, ein ungewöhnlicher Frühblüher, der in Deutschland besonders geschützt ist, obwohl er eigentlich gar nicht hier heimisch ist. Das gilt auch für verwilderte Akeleien oder Krokusse.
Bauarbeiten auf dem Hof. So sieht der Weg zur Wildblümerey kurz vor Saisonstart aus. Kundinnen und Kunden werden wohl außen herum gehen müssen.
21. Februar, die Temperaturen sind überraschend auf 10 Grad geklettert. Am Tag zuvor war noch der Boden gefroren. Die Knospen an der Kornelkirsche spicken schon neugierig aus ihrer Schale.
Auch die Echte Schlüsselblume macht sich für ihren Auftritt bereit, auch wenn sie hier noch etwas zerknautscht wirkt.
Tatsächlich hat es der Wilde Fenchel geschafft zu überwintern, obwohl es dieses Mal doch recht lange kalt war. Und immer noch werden kann.
Noch ein paar Tage später, und es ist tatsächlich 15 Grad warm. Zeit, die Warmkeimer auszusäen. Wer weiß, wann das Wetter wieder umschlägt.
Von ihr hätte ich es nun am wenigsten erwartet, dass sie im Februar schon austreibt, aber sie zeigt sich sowieso ungewöhnlich robust und aussaatfreudig: Sand-Strohblume.
Auch der Staudenlein treibt von unten wieder durch. Kein Wunder, bei diesen frühlingshaften Temperaturen.
Im Miniteich regt sich ebenfalls Leben. Mehrere Teichschnecken sind schon auf Wanderschaft und Partnersuche.
Es ist das erste Mal, dass sich die Kugelblume so gut ausgesät hat. Ich hoffe, ich kann ihr das Beikraut auf diesem nahrhaften Ackerboden vom Leibe halten.
Die kleine Hängeweide, die ein Friedhofsfund war, hat sich wunderbar erholt und treibt schon Kätzchen.
Und auch die kleinen Blausternchen sind schon da, hier Scilla siberica...
... und sogar schon geöffnet und angefressen. Im Verkauf ist demnächst das heimische Scilla bifolia.
28. Februar, jeden Tag gibt es neue Pflanzenkinder zu entdecken. Hier der Gefingerte Lerchensporn, der draußen im Topf überwintert hat.
Das Lungenkraut gehört zu den ersten Frühblühern und ist eine wertvolle Nahrungsquelle für frühe Insekten wie Hummeln und Pelzbienen. Die rosa Blüten zeigen ihnen an, dass hier noch Nektar zu holen ist, die blaue Blüte ist schon ausverkauft.
Bei diesen Temperaturen ebenfalls sofort zur Stelle: das Frühlings-Gedenkemein, ein zierlicher Bodendecker mit leuchtend blauer Blüte. Wird dieser März wieder der Auftakt zu monatelanger Trockenheit sein?
Früh wie nie entwickeln sich die ersten Marienkäfer. Jetzt sollten sich die Blattläuse aber beeilen, damit die kleinen Gartenhelfer nicht hungern müssen.
Mehreren Tagen Sonne und Wärme konnte die Kornelkirsche nun nicht mehr wiederstehen. Allerdings sind bis in den April noch Spätfröste möglich. Drücken wir mal die Daumen, dass Pflanzen und Tiere nicht böse überrascht werden.