Nurmehr ein struppiges braunes Etwas war die Dornige Hauhechel seit der ersten Hitzewelle. Fast hätte ich sie schon herausgerissen. Doch plötzlich taucht wieder Grün an ihr auf. Und eine Kundin machte dieselbe Erfahrung.
Gilt als trockenresistent, hat aber durchaus zu kämpfen: der Purpur-Sonnenhut. Wie viele nordamerikanische Gewächse braucht er ein Minimum an Wasser. Vielleicht sind aber auch Wühlmäuse zugange.
Große Samenkapseln hat die Sumpf-Schwertlilie produziert. Sie hält sich gut im »Feuchtbeet«, das nur im Notfall etwas gewässert wird. Das hat allerdings Wühlmäusen und Maulwurf schon gereicht, um alles umzugraben.
Ein neuer Gast als mögliche Schnittblumen-Pflanze: Das Eisenkraut »Bampton«, eine dunkle Varietät, die angeblich genau so in einer englischen Stadt gefunden wurde. Angeblich sät es sich samenecht aus.
Mit dem Hochsommer tauchten einige Admirale in der Wildblümerey auf, eher ungewöhnlich. Ansonsten fliegen derzeit nur Weißlinge und Distelfalter, ab und an auch mal ein Bläuling.
Das Weizen-Feld ist abgemäht, man sieht nun die Feldhasen wieder besser, die abends an den Zaun kommen, wo es einige Wildkräuter zu naschen gibt.
Anfang August, und die 30-Grad-Marke wird schon wieder überschritten. Tägliches Gießen bleibt Pflicht. Auch die Feuchte liebenden Pflanzen in den Beeten bekommen alle paar Tage etwas Wasser.
Es lohnt sich immer mal wieder ein Blick in die Bewässerungskästen oder auch darunter. Die Nacktschnecken bleiben präsent. Nach wie vor werden auch Pflanzen in den Regalen angefressen.
Einen Tag später geht noch etwas mehr. Die Aufnahmen sollen hier auch der Dokumentation dienen, da Wetterberichte aus Bielefeld sich eigentlich meist auf die Wetterstation in Deppendorf stützen.
Was für einen prächtigen Blütenschleier der Breitblättrige Strandflieder dieses Jahr trägt. Er stammt aus Osteuropa und steht gerne etwas trockener.
Unser heimischer Strandflieder hat größere Blüten und braucht etwas feuchtere Böden.
Der Wiesen-Salbei blüht nach einem Rückschnitt im Juni ein zweites Mal, eigentlich ein Wunder bei der Hitze.
Das Ochsenauge dagegen hat nie aufgehört zu blühen – auch ohne das Verblühte auszuputzen, wie man es von früher oder von Einjährigen kennt.
Eigentlich soll sie doch trockenresistent sein, aber vielleicht gilt das nur für die Wildform in Australien: Eine der Strohblumen im Trockenblumen-Beet. Sie schwächeln bei Hitze und Wind recht deutlich.
Eine interessante Kombination können Sonnenhut und Rainfarn sein, die hier eher zufällig nebeneinander stehen. Beide sollten immer etwas Feuchte am Fuß haben.
Immer wieder mal hinterlässt das Leben und Sterben rund um die Wildblümerey seine Spuren: Hier wurde ein Vogel gerissen.
Es scheint eine Taube gewesen zu sein, vielleicht erwischt von einem Falken, Sperber oder Habicht.
Taucht überall auf dem Gelände auf, obwohl ich es letzten Herbst zurückgeschnitten habe: Argentinisches Eisenkraut. Aber nun gut, es eignet sich als Schnittblume und wird gerade auf Trockenblumen-Tauglichkeit getestet.
Der Faulbaum produziert rote und schwarze Beeren. Er steht in der Gärtnerei im Topf, um auf einer Stellfläche etwas Schatten zu spenden. Er ist außerdem überlebenswichtig als Raupenfutter für den Zitronenfalter.
Echte Herbstgefühle kommen beim Anblick der Sand-Strohblume auf. Ihr strahlendes Gelb hat sich in fluffige braune Samenstände verwandelt.
Hatte ich schon erwähnt, dass es in der Wildblümerey gerne mal über 30 Grad warm wird, auch wenn nur 28 angesagt waren?
Eine Mistbiene auf dem Teufelsabbiss, der gerade zum zweiten Mal blüht. Mistbienen sind Schwebfliegen, die im Herbst nach Süden wandern und dabei sogar die Alpen überqueren.
Über Wochen hinweg blüht das Berg-Bohnenkraut und zieht zahlreiche Insekten an. Die mehrjährige Staude kann im Frühjahr zurückgechnitten werden, sie samt sich moderat aus.
Eine wertvolle Spätsommerblüherin ist die Bartblume. Sie steht in der Wildblümerey, weil sie ein unvergleichliches Blütenblau bietet und von Insekten umschwärmt wird. Die Hornisse jagt hier gerne, weil sie weiß, dass es etwas zu holen gibt.
Auch der Ausdauernde Lauch beginnt zögerlich zu blühen, ein absoluter Hummelmagnet. Allium senescens senescens (Osteuropa, Asien) ist in allem kräftiger als unser heimischer Berg-Lauch (A. senescens montanum), von dem es gerade Jungpflanzen gibt.
Die Ochsenzunge, die im Juli einen Rückschnitt erhalten hatte, blüht gerade zum zweiten Mal. Sie ist ein Raublatt-Gewächs wie Natternkopf, Borretsch oder Lungenkraut.
Für alle Ungeduldigen hier ein Foto-Nachweis: Der Natternkopf läuft immer sehr spät im Jahr auf, wegen der Hitze dieses Jahr sogar erst im August. Er wird nun so überwintern und 2027 blühen.
Der Turmfalke ist rund um die Gärtnerei unterwegs, um zu jagen. Da die ersten Felder abgeernet sind, haben die Greifvögel wieder mehr Sicht auf den Boden.
Aus den eingetrockneten Beeren des letzten Herbstes vermehrt, wachsen einige kleine Faulbäume heran. Sie haben mittlerweile rund sieben Zentimeter erreicht.
Die Hitze bleibt uns erhalten, der starke Wind lässt Pflanzen und Tiere in der Wildblümerey zusätzlich kämpfen.
Der zweite extreme Hitzetag nach Ende Juni. Die Wildblümerey bleibt ein weiteres Mal geschlossen. Die Hoffnungen richten sich auf einen Wetterumschwung nächste Woche.
Eine kuriose Begegnung gab es heute zwischen dieser Hornissen-Schwebfliege und einer echten Hornisse, die über die Doppelgängerin in ihrem Revier gar nicht erfreut war und sie rüde weggeknufft hat.
Die hübsche Acker-Glockenblume taucht ungeplant in einem Bodendecker-Beet auf. Wie alle Glockenblumen ist sie wichtig für spezialisierte Wildbienen, aber ebenso beliebtes Schneckenfutter.
Mit dem Temperatur-Rückgang in der dritten Augustwoche und ungefähr fünf Regentropfen haben sich die Pflanzen in der Wildblümerey erholt, auch die Strohblume und die Celosie.
Der Herbst naht, nebenan wird auf vier Hektaren die Durchwachsene Silphie gemäht. Unzählige Tiere verlieren ihre Heimat, auch Säugetiere. Und die Wildblümerey verliert ihren Schutz gegen Nordwind, Verkehrslärm und -gestank.
Das Echte Labkraut blüht nach Rückschnitt ein zweites Mal, allerdings noch bescheiden auf 15 Zentimtern, da nach stark windigen und sonnigen Tagen erneut kein Regen gefallen ist.
Ebenfalls in zweiter, fülliger Blüte zeigt sich die Rundblättrige Glockenblume. Lücken im Beet sind den Wühlmäusen geschuldet, die dieses Jahr eine echte Plage sind. Sie haben bei großer Hitze die Pflanzen entwurzelt.
Eine weitere Remontierstaude ist die Sumpf-Schafgarbe mit ihren hübschen kleinen Knöpfchen. Sie wächst in der Gärtnerei gut im »Feuchtbeet«, das nur bei Hitze gewässert wird und eine Mulchschicht aus Hackschnitzel bekommen hat.
Die Berg-Flockenblume bemüht sich ebenfalls um eine zweite Blüte, ihr ist es allerdings eindeutig zu trocken. Normalerweise remontiert sie hier bis zu dreimal, und immer üppig.
Eine schöne Option für Steingärten ist das Kriechende Schleierkraut, das in der Wildblümerey in Weiß (Wildform) und Rosa angeboten wird. Gegen Beikräuter wächst es leider nicht dicht genug, sondern eher locker aufliegend.