Das Wetter Anfang April bleibt kühl und unfreundlich, dennoch hat das Felsen-Steinkraut beschlossen, dass es jetzt an der Zeit ist, die Saison einzuläuten.
Die Weinberg-Tulpe zeigt sich robust auch im Topf und ist ebenfalls kurz vor der Blüte. Sie ist unsere einzige heimische Wildtulpe.
Die Frühlings-Platterbse im Beet hat es schwer. Jemand frisst ständig an ihr herum, dennoch bemüht sie sich, Blüten zu treiben. Die Aussaaten sind leider nicht aufgelaufen.
Nach Ostern wird es plötzlich mal etwas sonniger, und schon strahlt die Weinberg-Tulpe in schönstem Gelb.
Auch andere Gelbblütler tauchen wie durch Zauberhand in den Beeten auf. Sie sind wertvolle Nahrung für die ersten Insekten, aber in den Schaubeeten mag ich sie nicht dulden.
Regen und Sonne im Wechsel lassen das Gedenkemein voll aufblühen. Obwohl es in der Wildblümerey in der vollen Sonne liegt, vergrößern sich die Teppiche des Gehölzrand-Bewohners jedes Jahr.
Obwohl er erst im Sommer blüht, hat der Kugelköpfige Lauch schon kräftige Stängel ausgebildet. Er ist eine unkomplizierte Zwiebelpflanze mit purpurroter Blüte, die schon im Herbst in den Boden gebracht werden kann.
Das Ochsenauge sah nach dem harten Winter nicht sehr lebendig aus, doch da treibt es wieder durch. Ein margeriten-artiger, fröhlicher Dauerblüher in Gelb.
Der Rosmarin blüht schon an fast allen Ästen und macht es mir mal wieder schwer, ihn zurückzuschneiden. Doch dieses Jahr ist eine Radikalkur nötig, weil er von innen heraus verkahlt.
In kurzer Zeit ist die Sumpfdotterblume größer geworden und hat zahlreiche Blüten gebildet. Ihr genügt auch ein frischer Boden im lichten Halbschatten.
Das Felsen-Steinkraut ist innerhalb weniger Tage ebenfalls voll erblüht. Es scheint im Moment das richtige Wetter zu herrschen.
Eine mehrere Jahre alte Kuhschelle geht in Vollblüte. In der Mitte der gelben Staubfäden hat sie eine violette Narbe, was auf Insekten womöglich ähnlich wirkt wie die dunkle Mitte bei der Wilden Möhre: als ob schon Besuch da wäre.
Ein bunter Reigen der Frühblüher: Lungenkraut, Gedenkemein und Scharbockskraut (links).
Gerade das Lungenkraut ist der Hit bei Hummeln und Pelzbienen.
Hier noch einmal mit einer Ackerhummel. Angeflogen werden bevorzugt die rosa Blüten, in denen noch reichlich Nektar vorhanden ist.
Eine Larve des Moderkäfers ist am hellichten Tag zu Besuch. Normalerweise sind Käfer und Larve nachts auf der Jagd – ja, auch nach Schnecken. Einer der vielen unterschätzten Nützlinge.
Temperaturen und Feuchtigkeit stimmen für das Wiesen-Schaumkraut, das auf dem nährstoffreichen Boden der Wildblümerey regelmäßig in Büschen auftritt.
Die Steppen-Wolfsmilch erblüht ebenfalls im April, eine schöne Option für Magerbeete. Aufgrund ihres Ausbreitungsdrangs sitzt sie hier aber in einer großen Schale.
Weiter steigende Temperaturen lassen in kurzer Zeit zahlreiche Pflanzen erblühen, hier den Polster-Phlox. Der Wind bleibt dennoch kalt, der Himmel oft bedeckt.
Die Echte Schlüsselblume ist in ihrem Beet nun vollständig erblüht. Als Wiesenblume kommt sie mit Sonne recht gut klar. Vorn sind noch braune Samenstände vom Herbst zu sehen, die sogar noch gefüllt sind.
Die Kugelblume hat sich dieses Jahr reichhaltig ausgesät und zeigt erstmals ihren natürlichen Wuchs von höchstens zehn Zentimetern, wie er auch in den Bergen vorkommt. Auf dem Lehmboden wird sich das aber vermutlich schnell ändern.
Unzählige Knospen des Großen Buschwindröschens warten auf ihre Blüte. Der hübsche Bodendecker bleibt dieses Jahr noch etwas kleiner als letztes Jahr.
Wieder da und wieder grün: die Sündermann-Silberwurz (nicht im Verkauf), eine Gartenform unserer heimischen Silberwurz (Dryas octopetala). Beide sind ursprünglich Bergbewohner und dort immergrün.
Auch die Zwerg-Iris kommt aus einem Steingartenpflanzen-Shop und ist nicht im Verkauf. Sie kann mit anderen Minis kombiniert werden.
Der Wechsel aus moderater Wärme, bedecktem Himmel und kleinen Regenschauern lässt die Frühblüher üppig werden, hier Felsen-Steinkraut hinter Lungenkraut.
Hier Lungenkraut mit Wiesen-Schlüsselblume und Gedenkemein.
Nach und nach kommt auch der Waldmeister zur Blüte. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo ab März Trockenstress herrschte, sind die Bedingungen 2026 ideal – wenn auch nicht immer für uns Menschen.
Die erste Schwarze Teufelskralle in der Wildbluemerey wächst langsam, aber stetig – ein Zeichen, dass sich der Schneckendruck (bis jetzt) im Rahmen hält. Die Aussaaten sind leider noch ganz klein.
Schneller als sein Geschwister im Beet ist diese kleine Ochsenzunge. Sie ist zweijährig und natürlicherweise an Acker-und Wegrändern verbreitet, aber auch gefährdet.
Die kleine Felsenbirne blüht zuverlässig zum Frühjahrsbeginn. Deutlich sind noch vertrocknete Beeren vom letzten Jahr zu erkennen. Seltsam, dass sie nicht von Vögeln gegessen werden.
Durch Zufall habe ich diese Spinne unterhalb eines Blumentopfes entdeckt, der wiederum auf einem Tisch steht. Sie ist noch in ihrer Wohnhöhle verborgen.
Aha, eine Rindenspringspinne. Normalerweise lebt sie an Holz. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich Tiere an unsere Umgestaltung der Umwelt anpassen.
Kalt und windig, aber sehr sonnig präsentiert sich die zweite Aprilhälfte. Zahlreiche Pflanzen kommen nach und nach zur Blüte, hier die Bergflockenblume, die 2026 einen Meter hoch ist.
Wie schon 2025 bleibt die Kuckucks-Lichtnelke dieses Jahr sehr klein und weist eingerollte Blätter auf. Erst eindringliches Gießen brachte ein paar Blüten hervor. Sie scheint also im Frühjahr dringend mehr Regen zu benötigen.
Alle Rosmarin-Pflanzen sind in Vollbüte, für das letzte April-Wochenende sind sogar über 20 Grad angesagt.
Der Wiesen-Bocksbart, ein stattlicher Korbblütler, der nur bis mittags blüht und Samenbälle ähnlich dem Löwenzahn bildet, allerdings viel größer.
Auch die verschiedenen Zierlauch-Arten sind in den vergangenen Tagen in die Höhe gegangen, die Blüten sind kurz vor dem Aufplatzen.
A propos Anpassung an den Menschen: Hier fängt eine Feldwespe in einem Eimer an ihr Nest zu bauen. Die offene Bauweise ist typisch für diese friedfertige Art, die nur bei extremer Bedrohung sticht.
Einen Tag später sind es schon acht Waben. Das Tier hat einen bestimmten Rhythmus und schläft nachmittags gerne, so wie hier. Ob ich den Eimer zur Hälfte abdecke, falls es irgendwann mal wieder regnen sollte?
Und weiter geht es nach einem kurzen Nickerchen für die fleißige Wespen-Mutter, eine Königin.
Seit diesem Jahr gibt es in der Wildblümerey den Niederliegenden Ehrenpreis zu kaufen, ein zierlicher kleiner Bodendecker. Er ist gefährdet und kommt in den ostdeutschen Trockengebieten vor.
Dieses Jahr ist die Acker- oder Wiesen-Witwenblume schneller als ihre Schwester, die Mazedonische Witwenblume. Sie ist noch sehr klein aufgrund der plötzlichen Trockenheit im April.
Ein Meer aus weißen Schalenblüten: das Große Busch-Windröschen.
Von heute auf morgen lässt die prächtige Kuhschelle ihre Köpfe hängen. Trockenheit und starker Wind können nicht der Grund sein, denn damit kommt sie klar. Und siehe da – unter der Pflanze habe ich mal wieder einen Wühlmausgang entdeckt.
Die Frühlings-Platterbse hat sich vom anfänglichen Raupenfraß erholt und sieht mittlerweile ganz gut aus. Ich hoffe nun inständig, dass ich das Aufplatzen der Schoten nicht verpasse, um Samen gewinnen zu können.
Als erster Thymian beginnt Ende April der Kaskaden-Thymian zu blühen, ein prächtiger Bodendecker mit einem enormen Zuwachs pro Jahr.
Immer und überall fleißig zugange: Die Marienkäfer auf der Suche nach Blattläusen, hier bei einer kleinen Hängeweide.
Eine ganz normale Pröddel-Ecke, aber irgendetwas ist anders als sonst.
Na sowas, die Raupe eines Baum-Weißlings hat sich hier verpuppt, ganz und gar nicht unauffällig. Die Art ist mittlerweile selten und vor allem die Männchen mit ihren schwarzen Adern sind hübsch anzusehen.
Und noch ein Feldwespen-Nest, hier am Lavendel. Am Tag vorher habe ich – erstmals mit einer Akku-Heckenschere – den Lavendel heruntergeschnitten. Puh, Glück gehabt...