Der Frühling steht schon vor der Tür

Kleiner Keimling mit plattem rundem Samen am Kopf.
Die Weinbergstulpe treibt schon aus Samen aus. Jetzt wird es spannend. Wird sie überleben? Immerhin dauert es bis zu fünf Jahre, bis sie zum ersten Mal blüht.

Die vierte Januar-Woche, und schon grüßt der Frühling von weit hinten am Horizont. Auch wenn der Dauerfrost seit heute vorüber ist, Sturm und Regen wieder eingesetzt haben – die Tage sind eine dreiviertel Stunde länger, und das merken alle: die Pflanzen, die Tiere und natürlich wir. Endlich geht es draußen wieder los, in den Supermärkten stehen die Ostersachen bereit, fehlt eigentlich nur ein bisschen Sonne und Trockenheit.

Neues Saatgut für 2024

In der Wildblümerey sind fast alle Samen der Saison 2023 gereinigt. Rund 60 Sorten und Mischungen sind es mittlerweile. Sie stehen online auf dem DIY-Portal Kasuwa oder bei der Saatgut-Börse in der VHS Anfang März zum Verkauf. Das Reinigen ist ein wochenlanges Geduldsspiel, denn viele Samen müssen mehrfach gesiebt und ausgepustet werden, bis sie endlich frei von Blütenständen oder Staub sind. Diesen Winter habe ich dafür die Polit-Talkshows in den Mediatheken genutzt, so verging die Zeit wie im Flug, und zu lernen gab es auch noch etwas.

Neben den selbst geernteten Arten habe ich für 2024 wieder über das Projekt TGTA oder direkt beim Wildblumen-Spezialisten Rieger-Hofmann bestellt. Das bedeutet, dass das Saatgut aus heimischen Beständen in Deutschland vermehrt wurde, was für die Insekten und eine funktionierende Flora sehr wichtig ist. Leider klappt es nicht immer, dass das Saatgut direkt aus der Region kommt, manche Arten sind aus Bayern oder Ostdeutschland. Aber immer noch besser als Osteuropa, Großbritannien oder gar Übersee.

Garten im Dauerfrost

Wer den Winter bislang ganz gut weggesteckt hat, das sind die Krokusse und Zierlauche. Ich habe sie nicht direkt in den Regen gestellt, weil Zwiebelpflanzen keine nassen Füße mögen. Durch die milde Witterung im November und Dezember haben sie schon ausgetrieben, sind aber frosthart. Bei minus acht Grad haben sie sich hingelegt, stehen jetzt aber wieder wie eine Eins.

Komplett bis unten durchgefroren sind leider immer noch die Miniteiche. Ich wollte keinen teuren Eisfreihalter kaufen, der außerdem fast genau so groß ist wie die Teiche selbst. Dadurch sind aber womöglich Tiere erforen, z. B. Frösche, wenn welche drinsitzen. Ich hoffe sehr, dass die Tiere intuitiv die geringe Tiefe bemerkt und sich z. B. lieber einen Reisighaufen gewählt haben.

Nur noch fünf Wochen

Wie geht es nun weiter bis zur Saison-Eröffnung am 8. März? – Nun, erst einmal müssen unzählige neue Tütchen an Saatgut abgefüllt und mit Informationen versehen werden. Dann beginnt schon bald die Aussaat der Warmkeimer, wofür ein neues Regal mit Gewächshausfolie bereitsteht. Viele (neue) Pflanzenarten brauchen neue Pflanzenschilder, da die alten von der Sonne ausgebleicht sind. Die Schilder für die Beete sollen außerdem neue Stäbe bekommen, diesmal aus Akazie, weil diese wohl länger halten.

Sobald der Boden nicht mehr so nass ist, will ich außerdem alle Wege neu einebnen und dafür einmal die komplette Folie abrollen. Ich bin noch unentschieden, ob ich das Bodengewebe mit neuen Holzhäckseln belegen will. Das regenreiche 2023 hat gezeigt, dass die Häcksel sich sehr schnell zersetzen und sich dann Beikraut ansiedelt. Andererseits ist es so ein angenehmeres Laufen, denn die Wühlmäuse sorgen für jede Menge Schlaglöcher.

Schließlich wird es darum gehen, nach und nach die Beete neu anzulegen. Ich habe mal nachgezählt: Rund 20 der insgesamt 50 Beete wurden von den Schnecken so gequält, dass die Stauden verschwunden sind und Gräser und Beikraut überhand genommen haben. Deshalb will ich noch mehr kleine Gruben ausheben und mit Holzhäcksel füllen – damit die Laufkäfer sich wohl fühlen und fleißig vermehren können. Denn sie gehören zu den effektivsten Fressfeinden der Schnecken.

Zurück